Bericht: Lost Place Wanderung zu den Westwall-Bunkeranlagen – ein spannender Blick in die Geschichte

Am vergangenen Sonntag fand erneut eines unserer beliebten und ausgebuchten Wanderevents des Schwarzwaldvereins Hornisgrinde statt. Dieses Mal stand die Tour unter dem Motto
„Lost Place – Westwall Bunkeranlagen in der Oberrheinebene“.

Treffpunkt und Start

Um 10 Uhr trafen sich 18 geschichtsinteressierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Bühl zur gemeinsamen Abfahrt. Ziel war Neuried-Altenheim, wo um 11 Uhr die Besichtigung des Westwallbunkers „Emilie“ auf dem Programm stand.

Bunker „Emilie“ – ein beeindruckendes Zeitzeugnis

Der ehemalige Regelbau 11 des sogenannten Limes-Bauprogramms wurde 1938 als Teil des Westwalls errichtet und ist heute ein privates Bunkermuseum, das von Michael Truttenbach mit viel Engagement erhalten wird.

Schon der Eingang beeindruckte: Eine 450 kg schwere Stahltür öffnet sich zu einem niedrigen Zugang, bevor man tiefer in das Innere des Bunkers gelangt. In den Räumen finden sich Originalobjekte wie Gasmaskendosen, Gewehrhalterungen und Einrichtungsstücke aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. 

Die Besucher erfuhren viel über die Bauweise, Tarnung und Nutzung des Bunkers, der einst 27 Soldaten beherbergte. Besonders beeindruckend: Die zwei Meter dicke Betondecke und konstante 14 °C Raumtemperatur zeigen, mit welcher Präzision und Funktionalität diese Anlagen geschaffen wurden.

Dank der resoluten „Emilie“, die damals über dem Bunker wohnte und dessen Sprengung verhinderte, blieb dieser Bau bis heute erhalten. Ihr Name wurde zum Synonym dieses geschichtsträchtigen Ortes.

Kleine Wanderung zu weiteren Bunker-Relikten

Nach dem Museumsbesuch führte Wanderführer Heiko Meier die Gruppe nach Rheinau, wo im Rahmen einer kurzen Wanderung drei weitere Westwall-Bunker vom Typ Regelbau 10 besichtigt wurden.
Diese liegen versteckt am Waldrand und wurden nach Kriegsende gesprengt und unbrauchbar gemacht – doch ihre Überreste erzählen bis heute vom historischen Geschehen in der Region.

Ausblick: Weitere Lost-Place-Wanderungen geplant

Das Interesse an diesen besonderen Touren ist groß. Daher möchten Heiko Meier und kommissarischer Vorstand Thorsten Trey auch im kommenden Jahr an den Lost-Place-Wanderungen festhalten.

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